Freitag, 17. Januar 2014

Bernhard Roetzel bei Baron & Earl in Bonn

Mittwoch, 20. November 2013

Stil-Filmchen mit OUTFITTERY

Heute poste ich einfach mal nur einen Link zu einem Filmchen, das in Zusammenarbeit mit OUTFITTERY entstanden ist. Viel Spaß damit!

Donnerstag, 14. November 2013

Von Brötchen und Kirchenfürsten

Als ich neulich mit einem Freund in dessen Münchener Bar zusammensaß, sprachen wir über meine neuesten Bücher. In diesem Zusammenhang kritisierte er, dass man heute immer nur über Kleidung schreibt, viel zu wenig aber über die Manieren. 

Ich gebe zu, dass ich gern über Kleidung schreibe und weniger gern über Manieren. Dennoch ist es so, dass mich schlechtes oder falsches Benehmen ärgert. Anscheinend gibt es nur noch wenige Eltern, die ihren Kindern ein paar Grundregeln beibringen. Und das seit gut zwei Jahrzehnten. Anders ist es nicht zu erklären, dass viele Mittdreißiger nicht wissen, wie man anständig isst. 90 Prozent der Leute, mit denen ich den Frühstücksraum im Hotel teilen muss, scheint diese Kenntnis jedenfalls zu fehlen.

Es ist unwichtig, ob man spontan weiß, wie ein Hummer fachgerecht zerlegt wird. Es würde schon reichen, wenn man ein Brötchen manierlich verzehren kann. Leider konzentrieren sich viele der so genannten "Knigge-Experten" auf Spezialfragen, wie z. B. die Anrede von Botschaftern oder Kirchenfürsten. Wer trifft schon Botschafter? Und welchen Kirchenfürsten kümmert es, ob ihn jemand als Hochwürden, Exzellenz, Eminenz oder Herr Kardinal anredet? Selbst der Papst lässt sich ja mittlerweile duzen. Viel entscheidender ist es, wie wir den Leuten begegnen, die wir jeden Tag um uns haben. Im Büro, im Zug, auf der Straße. Und im Frühstücksraum.

Montag, 4. November 2013

Von Leder, Autos und Schuhgrößen

Der Traum vieler Männer: Stilvoll beim Maßschuhmacher vorfahren (Foto: Vickermann & Stoya)

Maßschuhmacher haben eine Vorliebe für altes Leder, ob es aus dem Bauch eines gesunkenen Schiffes stammt oder die Sitze eines alten Rolls Royce überspannt. Maßschuhmacher sollten aber auch einen Sinn für Proportionen haben. Der führt dann wiederum oftmals zur Vorliebe für gewisse Autos aus England, er hilft aber auch beim Kerngeschäft des Maßschuhmachers. Natürlich sollte der Schuh passen, das ist aber eine Selbstverständlichkeit in diesem Metier. Welcher Spitzenkoch würde damit werben, dass seine Speisen schmackhaft sind? Maßschuhe sind dann gut, wenn sie sich perfekt in das Gesamtbild einfügen und nebenbei auch noch kosmetische Effekte erzielen, z. B. einen großen Fuß verkleinern.

Neulich traf ich jemanden, der ein paar Schlupfschuhe von Vickermann & Stoya trug. Natürlich nenne ich keinen Namen, da ich das nicht tue, kann ich die Schuhgröße des Herrn verraten. Es handelte sich um eine 50. Das war nicht weiter verwunderlich, weil der Mann zwei Meter groß war. Die Schuhe sahen aber nicht aus wie Waldbrandaustreter,  sie sahen einfach nur richtig aus. Erst, als ich meinen Schuh der Größe 7,5 daneben stellte, fiel der Unterschied auf. Das ist für den Träger des Schuhs schön, für den Macher aber leider noch keine Werbung. Gute Maßkleidung fällt nicht auf, denn sie sieht einfach nur richtig aus. Sie passt so perfekt, dass man es nicht und nur der Träger es spürt. Darüber und über andere Vorteile handgemachter Schuhe (und Anzüge) spreche ich am 6. November 2013 bei einer Soirée bei Vickermann & Stoya in Baden-Baden. Wer bei dem Abend dabei sein möchte, wende sich bitte über die Webseite des Hauses direkt an Matthias Vickermann.


Donnerstag, 24. Oktober 2013

Vier Bürsten für die Pflege

Eine gute Bürste ersetzt oftmals den Gang zur Reinigung (Foto: The Good Things)


Als ich vor kurzem für eine Zeitschrift fotografiert werden sollte, bot mir die Stylistin an, meine Anzugjacke von einigen Staubpartikeln und Haaren zu befreien. Sie griff in ihre Utensilientasche und holte eine klebende Rolle hervor. Als ich zurückwich und um eine Kleiderbürste bat, sah sie mich verwundert an. Die Bürste, das wichtigste Werkzeug der Kleider- und Schuhpflege, ist bei vielen in Vergessenheit geraten. Dabei ist sie für einige Einsatzbereiche geradezu unersetzlich. Hier vier Bürsten, die ich für unentbehrlich halte:

1. Kleiderbürste für Tweed

Die Pflege von nicht waschbaren Kleidungsstücken, also Anzügen, Mänteln, Hosen und Westen aus Wollstoffen, war über Jahrhunderte eine Sache des Bürstens. Es entfernt Staub und auch größere Schmutzpartikel und glättet die Oberfläche des Gewebes. Für härtere Tweeds verwende ich ein Exemplar mit kräftigen Borsten.

2. Kleiderbürste für Kaschmir

Weiche Kaschmirstoffe sollten mit einer Bürste gepflegt werden, deren Besatz zur Feinheit des Gewebes passt. Beliebt ist Ziegenhaar, dessen Weichheit der Kaschmirfaser, die ebenfalls von Ziegen stammt, ähnelt.

3. Hutbürste

Hutbürsten sind selbst in Fachgeschäften nicht immer zu bekommen. Sie unterscheidet sich von der Kleiderbürste durch ihre gebogene Form. Sie ermöglicht es, die Krempe des Huts bis in die engsten Winkel zu reinigen. Auch bei Hutbürsten sollte man die Borsten passend zum Material der Kopfbedeckung wählen.

4. Große Raulederbürste

Raulederschuhe zu reinigen und zu pflegen erfordert wenig Zeit, da das Polieren entfällt. Bürsten und Raulederradierer sind die wichtigsten Werkzeuge. Eine Bürste mit Drahtbesatz entfernt Schmutz und Staub gründlich aber immer noch schonend, hartnäckigere Flecken können im wahren Wortsinn wegradiert werden.


Donnerstag, 8. August 2013

Prominente Russen und ihr Stil

Das Verlagshaus Mann Ivanov Ferber vertreibt die russische Fassung meines Gentleman-Buchs. Auf dem Blog des Hauses durfte ich einige Anmerkungen zum Bekleidungsstil einer prominenter Russen machen. Wer die Sprache Tolstois beherrscht, kann es nachlesen.




Donnerstag, 25. Juli 2013

Putzt der Gentleman Schuhe?

Geputzte Schuhe gelten als Ausweis von Traditionsbewusstsein. Doch darf der Gentleman selbst zur Bürste greifen? (Foto: Eduard Meier)

Das neue Magazin TWEED definiert sich als die Zeitschrift für den Gentleman. Die erste Ausgabe warf deshalb bei Kritikern die Frage auf, ob ein echter Gentleman so ein Magazin überhaupt lesen würde. Denn der Gentleman lässt doch z. B. seine Schuhe putzen, wozu muss er also nachlesen, wie man den Glanz erzeugt?

Natürlich war der Gentleman ursprünglich ein Edelmann, der sich nicht um die Belange des Alltags kümmern musste. Das war nicht nur in England so. Überall in Europa gab es im 18. und 19. Jahrhundert Adelige, denen ihre Diener die Alltagsdinge abnahmen. Es fand sich aber auch immer der Typus des verarmten Edelmannes, der sich um vieles selbst kümmern musste. Im 18. Jahrhundert, im 19. Jahrhundert und schon gar im 20. Jahrhundert.

Außerdem gab es vor allem in Großbritannien schon im 17. Jahrhundert den Gentleman, der aus kleinen Verhältnissen aufgestiegen ist. Viele Briten sind bis heute große Snobs, dennoch haben Sie schon sehr früh Aufsteigern eine Chance gegeben. In Frankreich hingegen, dem Land der Revolution, wird heute noch äußerst streng auf die Unterschiede zwischen den Gesellschaftsschichten geachtet. Und in Deutschland? Wir sind seit dem Ende des ersten Weltkriegs keine ständisch geordnete  Gesellschaft mehr, in mancherlei Hinsicht aber dünkelhafter als der konservativste Brite.

Ich finde es vollkommen gleichgültig, wer einem die Schuhe putzt. Man wird nicht durch Kleidung zum Gentleman. Genauso wenig darf jedoch derjenige davon ausgeschlossen werden, ein Gentleman zu sein oder sich wie ein Gentleman zu fühlen, der seine Schuhe selber pflegt oder vielleicht gar keine edlen Schuhe besitzt. Und ganz nebenbei geht es auch um die Freude an handgearbeiteten Dingen. Ob nun Schuhe, Anzüg, Uhren, Möbel oder Autos.