Mittwoch, 2. Januar 2013

Gute Vorsätze

Am Silvesterabend werden viele gute Vorsätze gefasst. Hier die aus meiner Sicht zehn wichtigsten in Sachen Mode und Stil:

1. Nie wieder Synthetik: Kunstfasern sind komplett überflüssig und sie tragen sich unangenehm. Deshalb in Zukunft nur noch Baumwolle, Schurwolle, Kaschmir, Kamelhaar, Leinen und Seide.

2. Nie wieder Kurzsocken: Kniestrümpfe sind die beste Wahl für die Waden. Auch im Sommer. Also weg mit den Socken.

3. Kein Schwarz im Büro: Der Geschäftsanzug ist grau oder blau, schwarzen Stoff trägt der Herr dagegen nur bei förmlichen Anlässen oder bei Beerdigungen.

4. Werdet erwachsen: Wenn Männer sich wie ihre sechs- bis sechzehnjährigen Söhne kleiden, wirkt das lächerlich. Also weg mit Kapuzenshirts, Baseballmützen, T-Shirts und Sneakers.

5. Krawatte richtig binden: Riesige, V-förmige Windsorknoten sehen extrem unattraktiv aus. Vertretbar ist der Windsorknoten nur bei schmalen und dünnen Bindern und eventuell bei Strickkrawatten. Ich persönlich halte den Four-in-hand und den Albert aber in jedem Fall für empfehlenswerter.

6. Hemden gehören in die Hose: Aus irgendeinem Grund lassen viele Männer in letzter Zeit das Hemd aus der Hose hängen. Das mag als Casuallook noch angehen, zusammen mit einem Sakko jedoch in keinem Fall.

7. Schmal aber nicht eng: Es ist ein verbreiteter Irrtum, dass extrem eng sitzende Kleidung automatisch gut aussieht. Kleidung muss an den richtigen Stellen am Körper anliegen, z. B. an der Taille. Zu schmale Schultern und zu enge Hosenbeine sehen jedoch unvorteilhaft aus.

8. Ein Schal ist ein Schal: Ein Schal ersetzt nicht die Krawatte. Und wenn es nicht kalt ist, wirkt ein Schal genauso lächerlich wie eine Sonnenbrille in Innenräumen. Wenn die Farbe Lila bei Frauen früher als "der letzte Versuch" bezeichnet wurde, dann ist der Schal dies inzwischen bei Männern fortgeschrittenen Alters.

9. Lassen Sie die Jeans Jeans sein: Die Nietenhose mag in der Freizeit angehen, alle Versuche, sie in etwas zu verwandeln, was sie niemals sein sollte und niemals sein wird, empfinde ich als sinnwidrig und lachhaft.

10. Stoppeln weg: Entweder Bart oder kein Bart. Stoppeln, ob als schlichte Unrasiertheit oder beschönigend als "Dreitagebart" bezeichnet, wirken ungepflegt. Und wenn sie weiß werden, machen sie obendrein alt.

8 Kommentare:

Anonymous Anonym meinte...

Herzlichen Dank, Herr Rötzel, für diese treffende Liste. Insbesondere Punkt 8 spricht mir aus dem Herzen - die Schalträger sind übrigens mittlerweile sogar im Geschäftsumfeld anzutreffen. Als Punkt 10 könnte man geneigt sein zu ergänzen: Schluss mit ständig neuem Billigkram. Frei nach dem Motto "Das Bessere ist der Feind des Guten"; also keine geklebten Schuhe mehr und keine Hemden für 10 Euro vom Discounter. Eine wohlüberlegte, gezielte Investition in Qualität macht sich in der Regel nicht nur in längerer Nutzungsdauer bezahlt, sondern unterstützt (hoffentlich) auch nicht die Produktion unter menschenunwürdigen Bedingungen in Billiglohnländern. Vom Stilgewinn ganz zu schweigen...

2. Januar 2013 um 02:25  
Anonymous Anonym meinte...

Vielen Dank, Herr Rötzel, für einen spannenden Blog und eine schöne, inspirierende Liste. Insbesondere eine schöne Ergänzung Ihres Modeguides, den ich zu Weihnachten geschenkt bekommen und nahezu süchtig fast durchgelesen habe.
Alles Gute für das Neue Jahr!
Herzliche Grüße,
K. Kassner

2. Januar 2013 um 03:34  
Blogger Timo meinte...

Wo ist Punkt 10?
Gruß blazerandtie.tumblr.com

2. Januar 2013 um 04:40  
Blogger Bernhard Roetzel meinte...

Habe ich vergessen! Kommt gleich. Danke!

2. Januar 2013 um 05:56  
Anonymous Anonym meinte...

Danke für diese Liste.

4. Januar 2013 um 11:35  
Anonymous Franz meinte...

Meinen Sie mit Schal den Krawattenschal? Ab und zu empfinde ich einen diskreten Krawattenschal als Abwechslung doch angenehm... zumal wenn man einen langen Hals hat.

7. Januar 2013 um 15:18  
Blogger Bernhard Roetzel meinte...

Einen Krawattenschal meinte ich nicht. Wobei der Krawattenschal sich auch nur für das so genannte "Business-Casual" eignet.

8. Januar 2013 um 01:04  
Anonymous Hemden Meister meinte...

Herr Roetzel, mit Punkt 7 haben Sie absolut recht, können wir so bestätigen. Vor allem bei den Hemden geht der Trend ja seit geraumer Zeit in Richtung taillierte Schnittform. Daher neigen sehr viele Männer dazu, eine zu enge Schnittform zu wählen, die dann unvorteilhaft an ihnen aussieht. "Superslim" steht eben nicht jedem Körpertyp...

3. Juni 2013 um 06:27  

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