Samstag, 18. Februar 2012

Bunte Hosen

Im April 2003 in München. Damals hatte ich die grünen Kordhosen schon drei Jahre im Gebrauch

Es muss etwa zwölf Jahre her sein. Bei Cordings of Piccadilly erstand ich eine Kordhose in "Emerald Green". Als ich sie das erste Mal in Deutschland trug, erntete ich Unverständnis: "Sie haben doch dieses Buch über den klassischen Stil geschrieben. Und dann tragen Sie solche Hosen?" Nur Fans des Sloane-Ranger-Looks verstanden die grüne Kordhose. Seit dieser Zeit hat sich viel geändert. Bunte Beinkleider gibt es an jeder Ecke. Der Käufer des "mittelmodischen" Sortiments (dieser Begriff wird tatsächlich im Einzelhandel verwendet) hat zwar immer noch nicht verstanden, warum solche Beinkleider zu Sportsakko, Blazer oder Pullover passen, dafür trägt die trendbewusste Jugend sie inzwischen mit größter Selbstverständlichkeit. Deswegen bleiben meine fliederfarbenen, roten, grünen, himmelblauen, weizengelben und blassrosa Kord- und Moleskinhosen erstmal im Schrank. Wenn jeder solche Farben trägt, möchte ich nicht mehr damit gesehen werden. 

5 Kommentare:

Blogger Mike meinte...

Witzig! Gerade heute trage ich auch meine smaragdfarbene Cordhose.
Selbst in Düsseldorf habe ich große Chancen, der Einzige zu sein, der damit über die KÖ flaniert.

Anders natürlich als in Berlin, wo man sich an jeder Ecke vor den Hipsters in Acht nehmen muss.

Aber das geht vorbei.

Und bald sind wieder Miami Vice Sakkos mit hochgeschobenen Ärmeln in.

21. Februar 2012 um 00:56  
Blogger Bernhard Roetzel meinte...

Es ist natürlich auch was anderes, ob die anderen Hosen tragen, die von Chelsea Farmer's Club, Hackett oder Eduard Meier stammen oder vom Kettenmodeladen.

21. Februar 2012 um 00:58  
Blogger Mike meinte...

Ich will mal eine Lanze für H&M brechen. Mein Donegal-Tweed-Sakko stammt daher; allerdings lag es auch deutlich über dem dortigen Standard-Preis und ist von Moon, wenn ich mich recht entsinne (http://inner-city-style.blogspot.com/search/label/donegal).

Letztens sah ich dort einen blauen Flanell-Kreidestreifenanzug (double vents, 2 button), Macks und Trench Coats, die für den Preis wirklich gut gearbeitet waren.

Grundsätzlich finde ich es nicht verkehrt, wenn Kettenmodeläden durch ihre Preispolitik auch Jüngeren die Möglichkeit geben, sich eine klassische Garderobe zuzulegen. Somit kann der Grundstein für einen stilvollen Kleidungsstil gelegt werden, wovon alle profitieren.

Statten Sie den schwedischen Freunden doch mal einen Besuch ab.

21. Februar 2012 um 01:38  
Blogger Bernhard Roetzel meinte...

Ich kenne das Angebot von H & M sehr gut und habe auch überhaupt nichts gegen diese Kette. Im Gegenteil, ich stimme ihnen vollkommen zu, dass man dort (nicht nur) als junger Mensch, immer wieder sehr preisgünstig gute Sachen kaufen kann. Allerdings muss einem bewusst sein, unter welchen Bedingungen die Kleidung gefertigt wird. Ich mag es, wenn ich weiß, woher die Sachen stammen und wer sie unter welchen Umständen gefertigt hat. Es ist alles immer auch eine Frage des Preises, gleichzeitig aber auch eine Frage von Prioritäten und "Klasse statt Masse".

21. Februar 2012 um 02:01  
Blogger Mike meinte...

Oh ja, die Produktionsbedingungen. Ein ganz heikles Thema, das sich quasi durch alle Produktkategorien zieht. Die Schweden haben hier sicherlich auch die ein oder andere Herausforderung zu meistern (dazu gab es doch einen ARD-Bericht).

Für mich ist ein solcher Kauf eine Entscheidung, die ich leider nicht immer mit meinem Gewissen vereinbaren kann, wenngleich es mich schmerzt.

21. Februar 2012 um 04:03  

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