Dienstag, 27. März 2012

Seersucker

Seersucker-Stoffe bei Beckenstein's Men's Fabrics in New York City (Foto: Bernhard Roetzel)

Ich kann mich gut erinnern, wie ich um das Jahr 2000 mit einem zweireihigen Seersucker-Anzug bei einer deutschen Modemesse antrat. Die Reaktionen waren verhalten. Seersucker? Als Sakko vielleicht. Eventuell auch als Hose. Aber gleich als Anzug? Inzwischen würde man in diesem Aufzug beim Fachpublikum kaum noch Blicke auf sich ziehen. Auf der Straße ist der unempfindliche Baumwollstoff noch nicht ganz angekommen. Was einerseits zu bedauern ist, da den Männer ein sehr angenehmes Tragegefühl entgeht. Was vom Standpunkt der Exklusivität jedoch positiv ist. Es müssen nicht alle alles gut finden.

4 Kommentare:

Blogger Mike meinte...

Seersucker ist toll. Habe selbst ein Einknopfsakko und vergangenen Sommer sehr viele Beispiele auf der Kö gesehen.
Allerdings keine Anzüge und erst recht keinen Zweireiher.

Ich glaube, Mann kombiniert das Sakko in erster Linie mit blauen oder weißen Hosen, um "auf der sicheren Seite" zu sein.

Vielleicht wird es aber auch ein neuer Trend. Seersucker-Anzug mit Boater. Just like the good old days...

28. März 2012 um 01:36  
Anonymous Anonym meinte...

Wo wir gerade bei typischen Sommertextilien sind: Herr Roetzel, mich würde interessieren, was Sie von Seide als Material für Sommeranzüge halten. Ich habe in Ihrem englischsprachigen Blog etwas dazu gefunden, aber mich würde interessieren, ob Sie selbst (stolzer ?) Besitzer eines Seidenanzuges sind (etwa aus Dupioni-Seide). Können Sie etwas über die Trageeigenschaften berichten und - für mich noch viel interessanter - woher man das Material bezieht und wo man solche Anzüge am besten fertigen lässt (Vielleicht lohnt sich dafür eher ein gesonderter Eintrag). Viele Grüße und herzlichen Dank im Voraus!

28. März 2012 um 05:27  
Blogger Bernhard Roetzel meinte...

In der Tat ein interessantes Thema, das ich später aufgreife.

29. März 2012 um 00:28  
Anonymous Anonym meinte...

Selbst wenn Seersucker zu einem Trend werden sollte, gibt es doch immer noch genug Möglichkeiten, ihm seine Eleganz zu erhalten. Es kommt ja immerhin noch darauf an, wie man so einen Anzug trägt, also ob mit T-Shirt und Turnschuhen kombiniert, wie man es im Falle eines unkundigen Trendjüngers erwarten kann oder mit Spectators und Seidenstrickkrawatte, wie es der Kenner tut. Ich halte daher ihre Bedenken bezüglich eines Verlustes an Exklusivität für unbegründet.

22. April 2012 um 11:11  

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